Ausbildungsplan

Der Ausbildungsplan ist zugeschnitten auf eine dreijährige Berufsausbildung. Diese wird in Anbetracht der Komplexität des Steuer- und Bilanzsteuerrechts auch als erforderlich angesehen. 

Die Ausbildung ist während der drei Jahre in verschiedene Schwerpunkte aufgeteilt; dementsprechend ist auch der Ausbildungsplan aufgebaut. Er beschreibt die einzelnen Schwerpunkte der in- und externen Ausbildung auf Kanzleiebene. Darüber hinaus erfolgt, dem dualen Ausbildungssystem entsprechend, die Ausbildung in der Berufsschule.

Die Tätigkeitsbeschreibungen in diesem kanzleispezifischen Ausbildungsplan sind nicht abschließend. Es gilt weiterhin auch der Ausbildungsrahmenplan der Steuerberaterkammer Niedersachsen.

1. Ausbildungsjahr

Schwerpunkte: Büroorganisation und ZMSD, Rechnungswesen

(Zentrale Mandanten-Stammdatenverwaltung)

Einführung in das Rechnungswesen

Seminare : Arbeitsplatz Datev pro, Rechnungswesen DATEV pro, FIBU-Basis Grundlagen (2 Tage)

In dem ersten Halbjahr der Ausbildung wird der Auszubildende die Arbeitsabläufe sowie die Büroorganisation der Steuerberatungskanzlei kennen lernen. Im Vordergrund steht dabei die Mandantenverwaltung, die mit dem Modul "Zentrale Mandantenstammdatei" (ZMSD) der Eigenorganisation classic der DATEV eG durchgeführt wird.

Zu den Aufgaben des Auszubildenden gehören:

- Empfang der Mandanten,

- Eingehende Telefonate mit Mandanten und Behörden führen,

- Stadtfahrten zu Mandanten sowie Botengänge, die die Kanzlei betreffen,

- Prüfung der täglichen Banddatensicherung,

- Neuanlage eines Mandanten in der ZMSD,

- Erledigung von einfachem Schriftverkehr nach Briefvorlagen,

- Bearbeitung des Postausgangs,

- Einsortieren von Fachliteratur.

Ein weiterer Schwerpunkt im ersten Ausbildungshalbjahr besteht in der Einführung in das Rechnungswesen. Dazu gehört das Kennenlernen der einzelnen Buchführungstechniken insbesondere der Umgang mit Journalen. Für EDV-Buchhaltungen werden Belege vorbereitet und sortiert. Auch das Erfassen der einzelnen Buchungen am PC wird, unter Anleitung, vom Auszubildenden durchgeführt.

 

2. Ausbildungsjahr

Schwerpunkte: Rechnungswesen/Lohnbuchhaltung sowie Einführung in die Einkommensteuer

Seminare : Lohn manuell-Seminar (3 Tage), Neues Lohnsteuerrecht, Aktuelles Steuerrecht, Einkommensteuer (1 Tag)

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr übernimmt der Auszubildende einfache Buchführungsarbeiten. Diese hat er zuverlässig zu erledigen, die Eigenverantwortung liegt wie bisher aber bei dem zuständigen Steuerfachangestellten des jeweiligen Mandanten.

Folgende Bereiche werden für den Auszubildenden neu dazukommen:

- Lohnabrechnungen manuell durchführen,

- Lohnkonten und Lohnsteuer-Anmeldungen erstellen,

- das Datev-Programm "LOVOR" kennen lernen,

- Einführung in die Einkommensteuer sowie Erstellen von einfachen Einkommensteuererklärungen,

- Hilfestellung des Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr.

Nach Ende des ersten Halbjahres des zweiten Ausbildungsjahres findet die schriftliche Zwischenprüfung statt. In dieser werden die bisherigen Kenntnisse aus der Theorie überprüft.

 

3. Ausbildungsjahr

Schwerpunkte: Vorbereitung auf die Abschlussprüfung sowie Erstellung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen

Seminare : Vorbereitungsseminar zur Abschlussprüfung zur Steuerfachangestellten (5 Tage), Grundlagen der Körperschaftsteuer (1 Tag)

Mit Beginn des dritten Ausbildungsjahres wird der Auszubildende in der Lage sein, einfache Steuererklärungen mit Überschusseinkünften selbstständig zu erstellen.  

Durch die Berufsschulvorbereitung und durch kanzleiinterne Übungen sind Gewinnermittlungen in Form von Bilanzen oder Einnahme-Überschuss-Rechnungen selber von dem Auszubildenden zu bearbeiten. Hierzu gehört ebenfalls das Fertigen von Umsatz- und Gewerbesteuererklärungen. Demnach kann der Auszubildende nach Ende der ersten Hälfte des Ausbildungsjahres komplett einen Jahresabschluss mit zugehörigen Steuererklärungen erstellen.

In den kommenden Monaten seiner Ausbildung vertieft der Auszubildende seine bisherigen Kenntnisse und sammelt weiter praktische Erfahrung bei der Bearbeitung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen. Hierzu gehören des Weiteren, dass zum einen schriftliche Anfragen seitens der Behörde bearbeitet werden und zum anderen Rechtsbehelfe gegen Steuerbescheide beim Finanzamt eingelegt werden.  

Ansonsten steht das sechste Halbjahr ganz im Zeichen der Prüfungsvorbereitung, um ein erfolgreiches Ablegen der Prüfung vor der Steuerberaterkammer zu ermöglichen.